PROJEKTLEITUNG: Prof. Dr. Johannes Koder, Wien und
Prof. Dr. Marcell Restle, Wien

DAS THEMA: Gegenstand des Projektes sind die spätantiken und frühbyzantinischen Architekturdenkmäler der Landschaft, sowohl die sakralen wie die zivilen, öffentlichen Bauten sowie deren Veränderungen in Mittelalter und Neuzeit.

DIE FORSCHUNG: Die Geschichte der europäischen Erforschung Syrien/Palästinas und auch speziell des Hauran begann am Anfang des 19. Jh.s. Im Blickpunkt standen anfänglich die Inschriften. Erst um die Mitte des Jh.s wurden Graphiken der Architektur veröffentlicht. Höhepunkte dieser Publikationstätigkeiten - teilweise bereits mit Einschluß von Fotografien - bildeten die Werke von Melchior De Vogüé, Nikolai Kondakov und Howard C. Butler um die Jahrhundertwende, die fortschreitend immer mehr Denkmäler einbezogen.

DIE AUSGANGSSITUATION: Zunehmende Bevölkerungsdichte und wirtschaftlicher Aufschwung äußerten sich im Ausbau des Straßennetztes und der Ameliorisation der Wohnsituation in den meisten der früher eher ärmlichen Dörfer, die zu einer Fülle von Neubauten führten. Die historische Bausubstanz wurde dadurch besonders beeinträchtigt und nicht selten durch Abbruch zertört. Die kriegerischen Ereignisse seit 1972 machten die weiterhin enorme Gefährdung der Denkmäler besonders deutlich.

So reifte, nicht unwesentlich angeregt durch die Leitung des Orientinstituts der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Beirut, der Plan einer Erfassung und fotogrammetrischen Dokumentation aller noch vorhandener Architekturdenkmäler der spätantiken und frühbyzantinischen Zeit im südlichen Syrien. Die Beschränkung auf diesen Zeitabschnitt vom 3./4. bis etwa zur Mitte des 7. Jh. erklärt sich nicht nur aus ökonomischen Gründen, sondern auch mit Rücksicht auf laufende oder geplante Projekte anderer Forscher aus Frankreich und Deutschland zu Baudenkmälern älterer Phasen.